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30.04.2018

Networking-Tag 2018 in St. Gallen

Die Schweiz und deren «König», die Demokratie – zwei Begriffe, die seit dem 19. Jahrhundert Händchen haltend dem Sonnenuntergang entgegenreiten. Oder doch nicht? Wie beschreiben Fachpersonen den aktuellen Stand der Demokratie in unserem Land? Der diesjährige Networking-Tag, der am 7. September in den Olma Messen St.Gallen stattfindet und von der FHS St.Gallen organisiert wird, stellt das Schweizer Regierungssystem auf den Prüfstand. Expertinnen und Experten aus Politik, Forschung und Wirtschaft beleuchten eine Thematik, die je länger je brisanter wird.

Hat den Networking-Tag ins Leben gerufen: Sigmar Willi, Leiter der Ehemaligen-Organisation FHS Alumni, stand zusammen mit Moderatorin Claudia Lässer am Networking-Tag 2017 auf der Bühne.

 

Mit Krone und purpurnem Mantel auf dem Thron sitzend, ein edler Herrscher mit edlem Herzen, geliebt vom Volk. In Theorie ist der König gut und regiert mit bestem Wissen und Gewissen. In der Praxis sah dies allerdings oft anders aus. Früher oder später haben die meisten Königshäuser die Nähe zum Volk verloren. Die Schweiz ist weniger bekannt für gute Könige, umso mehr aber für ihre Regierungsform. Zahlt sich die Demokratie aus? Wie hat sich das System im Laufe der Jahre verändert? Welche Rolle spielt die Unabhängigkeit? Wie beeinflusst die Digitalisierung die Demokratie?

 

Solche und weitere Fragen werden am diesjährigen Networking-Tag gestellt und Antworten darauf gesucht. Am Freitag, 7. September 2018, ist die Ehemaligen-Organisation FHS Alumni der Fachhochschule St.Gallen (FHS) Gastgeberin des öffentlichen Anlasses.

 

Vier Stimmen, welche die Demokratie herausfordern

Das Programm beinhaltet im ersten Teil vier Referate von Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen. Für die einen ein Aufklärer, für die anderen ein Verschwörungstheoretiker: Der umstrittene Historiker, Forscher und Bestsellerautor Daniele Ganser behandelt den Status quo der Schweizer Demokratie und Neutralität. Nicola Forster ist Gründer des Think Tanks «foraus», der zum Ziel hat, von einer Abstimmungs- zu einer echten Mitwirkungsdemokratie zu gelangen. In seinem Referat wagt er einen Blick in die Kristallkugel: Was passiert mit unserer Demokratie bei einer totalen Digitalisierung?

 

Die Rolle des «Verfechters unabhängiger Medien» nimmt Christof Moser ein. Er ist Co-Gründer des werbefreien Mediums «Republik», das vor rund einem Jahr einen wahren Erfolgsstart hinlegte. Der Journalist und Dozent kennt sich in Sachen Journalismus und Medienethik aus und spricht über die heutige Rolle der Medien im Kontext der Demokratie. Der vierte Referent ist ein Mann, der dank des grössten Schweizer Medienhauses drei Millionen Leserinnen und Leser pro Woche erreicht: Marc Walder, CEO und Miteigentümer von Ringier AG. Er wird zum Einfluss von Mediengruppen auf politische Prozesse interviewt.

 

Die Parteien spielen Demokratie-Poker

Der zweite Teil des Programms ist das Politpodium «Demokratie-Poker?!». Politikerinnen und Politiker diskutieren über die aktuellen Schlagworte Polarisierung und Populismus: Parteien stecken viel Energie darin, sich gegenseitig vorzuwerfen, die Macht an sich reissen zu wollen. Wer kann dieses Spiel stoppen? Wie kann Demokratie über Parteigrenzen hinweg verteidigt werden? Einer der Sitze im Politpodium gehört FDP-Parteipräsidentin Petra Gössi. Sie folgt einem strikt liberalen Kurs. Mit von der Partie ist auch Roland Rino Büchel, Sportmanager und SVP-Nationalrat aus Oberriet. Rechtsanwalt und Polit-Urgestein Paul Rechsteiner wohnt der Runde ebenfalls bei. Bei einer Polit-Schlacht darf er nicht fehlen. Auch Flavia Kleiner nimmt in der Runde platz. Die Politaktivistin und CO-Präsidentin der Operation Libero, welche die Durchsetzungsinitiative bodigte, ist mit 27 Jahren die jüngste in der Runde. Ihr wird eine grosse Politkarriere vorausgesagt. Zu guter Letzt ist der Musiker und Autor Endo Anaconda dabei. Seine wuchtige Stimme alleine würde ihm bereits Gehör verschaffen. Er singt zudem passend zum Thema das Stück «Es isch e mol e König gsi».

 
Moderiert wird der Networking-Tag und das Podium von Comedian und Polit-Blogger Michael Elsener. Er liebt anspruchsvolle Moderationen – insbesondere mit politischem Kontext. Wer auf cleveren Humor steht, darf sich bereits freuen. Der Künstler hat nicht umsonst viele Kabarettpreise abgeräumt. Der Abschluss des Networking-Tags bildet die traditionelle Networking-Party. Der Anlass ist öffentlich und beginnt um 13 Uhr. (networkingtag.ch)

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