Lorenz Wenger neuer Präsident der GSA Schweiz
Lorenz Wenger
Der Dachverband der professionellen Vortragsredner – die GSA – vertritt diesen jungen Berufsstand in Deutschland, Österreich und der Schweiz. «Noch vor zehn Jahren wusste ich nicht, dass es überhaupt den Beruf ‚Sprecher‘ gibt», meint Wenger. «Ich dachte immer, ein Speaker sei ein Lautsprecher», scherzt Wenger.
Rhetorische Fähigkeiten fördern
Dem 44-jährigen Berner ist wichtig, dass auch die Öffentlichkeit erfährt, was professionelle Redner tun. Bei betrieblichen Veranstaltungen, Kongressen und Jahrestagungen würden oft Referenten eingeladen, die zwar über eine hohe fachliche Kompetenz ihrer jeweiligen Themen verfügten, doch leider selten über rhetorische Fähigkeiten, so Wenger. Seiner Meinung nach fehlt das Bewusstsein dazu. «Es gibt da draussen viel wertvolles Wissen und lehrreiche Erfahrungen, die sich zu teilen lohnen. Es ist schade, dass die meisten Vorträge trotzdem eher einschläfern, statt zu inspirieren, zu bewegen und emotional zu berühren», beschreibt Wenger seine Erfahrung.
Möglicherweise sei der Grund auch, dass vor Publikum zu sprechen, die weitverbreitetste Angst ist. «Auch ich hatte bis ins Berufsleben starkes Lampenfieber, wenn ich vor mehr als vier Menschen etwas sagen sollte. Selbst an Teamsitzungen hatte ich feuchte Hände und teilweise sogar rote Flecken am Hals.» Heute spricht Wenger auch vor grossem Publikum und ist gern gebuchter Referent in Unternehmen zu den Themen Kommunikation, Emotion, Mut und Veränderung.
Rednerberuf bekannt machen
In der German Speakers Association vereinigen sich rund 800 Mitglieder (davon 70 in der Schweiz), die ihr Wissen, ihre Expertise auf grosse wie auf kleine Bühnen bringen und das professionell tun. «Egal, über welches Thema jemand spricht: Um ein Publikum zu erreichen und zu begeistern, sind Geschichten und Emotionen unerlässlich. Das funktioniert auch bei vermeintlich trockenen Themen», so Wenger.
Während in den USA professionelle Redner schon längst gebucht würden, sei auch in Deutschland dieser Berufsstand mittlerweile langsam bekannt. Doch in der Schweiz wäre noch viel zu tun, um den Beruf des Vortragsredners über Hochzeiten und Beerdigungen hinaus bekannt zu machen. Auf die Frage, wie er heute mit seinem Lampenfieber umgehe, antwortet Wenger: «Eine leichte Anspannung ist zwar immer noch da, doch mittlerweile werde ich schon fast nervös, wenn mir diese kurz vor einem Auftritt fehlt.» (germanspeakers.org)